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Aktuelle Informationen zum Thema Logistik 

Die Wirtschaftsmacher

 

„Die Wirtschaftsmacher“ ist eine Initiative bestehend aus derzeit über 90 deutschen Unternehmen, Medien und ideellen Trägern wie Verbänden und Vereinen sowie dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Verbesserung des Verständnisses von Bedeutung und Funktion der Logistik in der öffentlichen Wahrnehmung.

 

Einige Fakten:

  • Die Logistik ist mit rund 3,2 Millionen Erwerbstätigen sowie einem jährlichen Umsatz von 274 Milliarden Euro der drittgrößte Wirtschaftsbereich Deutschlands (Schätzung 2018).
  • Rund 50 Prozent der Beschäftigten entfallen auf ca. 80.000 überwiegend mittelständisch geprägten Dienstleister. Die andere Hälfte ist in Industrie und Handel beschäftigt.
  • Deutschland ist „Logistikweltmeister“ im weltweiten „Logistics Performance Index“ der Weltbank.
  • Die Branche verzeichnet laut Untersuchung der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply-Chain-Services (SCS) in den letzten zehn Jahren ein Beschäftigungswachstum von über 24 Prozent (2018).
  • Logistik bietet eine Vielfalt an Jobs und beruflichen Perspektiven, die nur wenigen bekannt ist. Der Bereich zählt über 200 Ausbildungsberufe und 110 Studiengänge.
  • Laut Fraunhofer SCS sind rund die Hälfte aller deutschen Logistikregionen bereits von einem akuten Fachkräftemangel im Bereich der Lagerwirtschaft und des Güterumschlags betroffen. Dies zeigt sich unter anderem in einer höheren Anzahl an offenen Stellen im Vergleich zu den regioanlen Arbeitslosen mit entsprechender Berufsqualifikation.
  • Aufgrund des demographischen Wandels wird sich die Lage weiter zuspitzen: Derzeit (Zahl von Mitte 2018) sind über 2,8 Mio. Menschen in Logistikberufen beschäftigt, das sind 8,7 % der gesamten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Aus der Altersverteilung ergibt sich, dass in einzelnen Berufsgruppen (Post- und Zustelldienste, Fahrzeugführer im Straßenverkehr) bereits mehr als 40% der aktuell Beschäftigten über 50 Jahre alt sind. Damit wird in ca. 10 Jahren etwa ein Drittel der heute in diesen Berufen Tätigen dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen. Allein daraus ergibt sich bereits ein demographisch bedingter Mangel. Hinzu kommen das Wachstum des E-Commerce und weitere Faktoren, die auch zukünftig für einen anhaltenden Fachkräftebedarf im Logistikbereich sorgen werden.
  • Nach Schätzungen des Bundesverbandes Spedition und Logistik (DSLV) und des Bundesverbandes Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen aktuell zwischen 45.000 und 60.000 Berufskraftfahrer. Jedes Jahr gehen etwa 30.000 Berufskraftfahrer in den Ruhestand, während nur etwa halb so viele nachfolgen. Zwischenzeitlich gab es Bestrebungen, das Berufsbild als Mangelberuf zu deklarieren.
  • Laut einer Meldung des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) gibt es einen „anhaltend hohen Fachkräftebedarf in der deutschen Transportwirtschaft“. Diesem stehe ein tendenziell knapper werdendes Fachkräfteangebot gegenüber, vermelden die Experten.
  • Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (Köln) konstatiert: „Der Fachkräftemangel wird zum Problem in der Logistik“. So kämen auf 100 gemeldete offene Stellen nur 200 Arbeitslose – ein vergleichsweise niedriger Wert. Beim Beruf des Triebwagenführers kämen beispielsweise auf 100 offene Stellen nur 35 Arbeitslose. Eine offene Stelle könne oft erst nach 200 Tagen besetzt werden.
  • Die Ergebnisse einer Befragung der Bundesvereinigung Logistik (BVL) zum Thema Fachkräfte aus dem Jahr 2017 belegen, dass die die Personalverantwortlichen die Arbeitsbedingungen und/oder die Bezahlung als Hauptursache (64%) für den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ausgemacht haben. Knapp die Hälte (48%) berichtet, dass offene Stellen auch mal unbesetzt blieben.

 

Die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung, Leistung und Attraktivität von Logistik sowie der dazugehörigen Berufsbilder in das Image der öffentlichen Wahrnehmung zu übersetzen. Konkrete Teilziele umfassen dabei:

 

  • Aufmerksamkeit für den Wirtschaftsbereich Logistik zu schaffen, zu erhöhen und zu verbessern
  • die Relevanz der Logistik für die deutsche Wirtschaft hervorzuheben und zu stärken
  • die Attraktivität der Logistik als berufliches Betätigungsfeld für potentielle sowie für bestehende Arbeitnehmer/innen herauszustreichen.

 

Die Initiative bündelt und verstärkt gezielt die Kräfte von Interessenvertretungen, Logistikdienstleistern sowie Industrie und Handel. Durch Synergieeffekte gelingt es ihr, mehr Sichtbarkeit und Reichweite zu erzielen als jeder Akteur für sich allein. Nur gemeinsam kann ein Image von Logistik kommuniziert werden, dass ihrer zentralen und essentiellen Rolle für Wohlstand und Gesellschaft gerecht wird.

 

Zu den Unterstützern der „Wirtschaftsmacher“ zählen:

  • Konzerne wie BMW, DB Cargo oder VW, Handelsunternehmen wie EDEKA oder Globus,
  • Logistikdienstleister wie BLG, Duvenbeck, ITG, Kühne + Nagel, LOXXESS, Meyer Logistik, Seifert Logistics oder ZUFALL,
  • Softwareunternehmen wie AEB, PSI, Siemens Digital Logistics oder Timocom, aber auch
  • Verbände und Netzwerke wie die Air Cargo Community Frankfurt, die Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV), das Deutsche Verkehrsforum, die Initiative Logistikimmobilien (Logix), das Stückgutnetzwerk System Alliance, der Verband der Automobilindustrie (VDA),
  • das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI),
  • Hochschulen und Institutionen wie Fraunhofer IML, Hochschule Fulda etc.,
  • Medienpartner der einschlägigen Fachpresse, sowie weitere Unternehmen und ideelle Träger als unterschiedlichen Bereichen.

 

Kampagne „Logistikhelden“

 

Mit der auf der „transport logistic“-Messe im Juni 2019 gelaunchten „Logistikhelden“-Kampagne hat die Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ erstmals eine deutschlandweite, unternehmensübergreifende Imagekampagne des gesamten Wirtschaftsbereichs Logistik gestartet, um dem akuten Fachkräfte- und Nachwuchsmangel in der Branche aktiv entgegen zu wirken. Die Kampagne läuft zunächst bis Dezember 2019.

  • Das Herzstück der Kampagne bilden 14 authentische Logistikerinnen und Logistiker aus verschiedensten Berufen und Altersgruppen sowie mit unterschiedlichen Lebensläufen. Das berufliche Spektrum und die Geschichten, die die „Logistikhelden“ erzählen, ist groß und bunt. Da ist zum Beispiel die Berufskraftfahrerin Carina Kayser, die als erste Frau bei der EDEKA Minden-Hannover Logistik-Service GmbH die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bestand.
  • Ein weiterer „Held“, Marc Issel, arbeitet für die Volkwagen Konzernlogistik, wo er als Fachmann für Green Logistics und Digitalisierung unter anderem Biowerkstoffe für innovative Verpackungen oder eine Methode zur Standardisierung von CO2-Bilanzen für die Logistik zum Nutzen von Klima und Umwelt entwickelte.

Die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, vor denen Logistik steht, verlangen eben nicht nur nach innovativen Produkten und Technologien, sondern vor allem nach Menschen. Die „Logistikhelden“ leisten einen wesentlichen Beitrag im Rennen um den Nachwuchs- und Fachkräftemangel, indem sie die Vielfalt an Beschäftigungsmöglichkeiten in der Logistik greifbar machen. Sie veranschaulichen, wie vielschichtig, komplex und abwechslungsreich die Tätigkeiten in der Branche wirklich sind. Vor allem aber begeistern sie für die Logistik und die Menschen, die sich jeden Tag und mit voller Leidenschaft für Lagerung, Transport und Supply-Chain-Management engagieren.

 

Die Herausforderungen, vor denen die moderne Logistik steht, sind zahlreich:

  • der Fach- und Arbeitskräftemangel (nicht nur die Lkw-Fahrer)
  • das anhaltende Wachstum des Onlinehandels (E-Commerce),
  • Verkehr, Lärm und Emmissonen in den Ballungszentren
  • der zunehmende Flächenmangel in stadtnahen, verkehrsgünstigen Lagen,
  • die fortschreitende Digitalisierung logistischer Leistungsbereiche und Geschäftsmodelle (Stichwort Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0), die die Branche nachhaltig verändern wird.
  • …und letztlich die fehlende Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit!

 

Aus der Vielfältigkeit der Herausforderungen entstehen eine Fülle und Mannigfaltigkeit an Tätigkeitsfeldern, Berufsbildern und -chancen im Logistikbereich, von denen junge, talentierte Nachwuchskräfte kaum etwas wissen.

 

Logistik wird somit hinsichtlich der Vielfalt und Attraktivität an beruflichen Möglichkeiten und Perspektiven stark unterschätzt. Kaum jemand weiß um die umfassenden Beschäftigungsmöglichkeiten im Logistiksektor noch um die sehr guten Karriereaussichten von Logistikerinnen und Logistikern mit abgeschlossenem Logistikstudium. Mit ihrer ersten übergreifenden Aktion positionieren sich die „Wirtschaftsmacher“ im Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte und wollen für die Aufgaben in der Logistik begeistern.

An der „Logistikhelden“-Imagekampagne sind die Agenturen Mainblick, Get the Point und teamtosse beteiligt, die mit der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) zum Initiatorenteam der „Wirtschaftsmacher“ zählen.

 

Mögliche Themenfelder

 

  • Logistische Funktionen, Zahlen und Fakten – was leistet die Logistikbranche?
  • Ausbildungsberufe, Studiengänge, Karrierechancen, Beispiele
  • Porträts und Reportagen über die 14 Logistikhelden
  • Logistische Funktionen anhand spannender Fallbeispiele:
    • Urlaubslogistik: Belieferung von Kreuzfahrtschiffen, Hotels, Fluggesellschaften etc.
    • Logistik zu besonderen Anlässen wie Weihnachten, Ostern, Halloween etc.
    • Festival-Logistik
    • Fan-Artikel-Logistik
    • Schwertransporte
    • Lebensmittel-Logistik in entlegenen Gebieten wie Inseln etc.
    • Produktionslogistik z. B. in der Automobilindustrie
    • Medizinlogistik z. B. Pharmaindustrie mit besonderen Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, Temperaturführung, Sicherheit etc.
  • Interviews, Statements, O-Töne von Initiativen-, Verbands- und Unternehmensvertretern, BMVI
  • Hintergründe zur Entstehung der Initiative und Bedeutung für die Branche

 

Informationen im Netz: www.die-wirtschaftsmacher.de